Projekt Hochwasserschutz

Projektbeschreibung

Im Stadtteil Oberbeuren traten bei Starkregenereignissen immer wieder Überflutungen durch Gräben, Bäche und der örtlichen Bachverrohrung auf. Das führte zu Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur.

Bereits Anfang der 1980er-Jahre wurden in einer Hochwasserstudie des Wasserwirtschaftsamtes Kempten für den Stadtteil Oberbeuren Hochwassergefahren aus dem Einzugsgebiet des Zeisenbaches und des Grundbaches beschrieben. Historisch bedingt münden Grund- und Zeisenbach beim Eintritt nach Oberbeuren in die Kanäle der bestehenden Ortsentwässerung. Schon damals wurde in der Studie beschrieben, dass die Leistungsfähigkeit der bestehenden Bachverrohrungen nicht ausreicht, um größere Hochwasser schadlos abzuführen. Anschließende Berechnungen untermauerten den Handlungsbedarf für einen umfassenden Hochwasserschutz für Oberbeuren. Daher begann die Stadt, Maßnahmen zum Hochwasserschutz von bebauten Gebieten in Oberbeuren zu planen, um hochwasserbedingte Gefahren und Schäden südlich und westlich Oberbeurens zu verhindern.

  • Als Ergebnis der Planungen ergaben sich Kombinationen aus einer Hochwasserrückhaltung und einem Gewässerausbau. 
  • Bei der Hochwasserrückhaltung erfolgt der Hochwasserschutz, soweit wie möglich durch den Bau und Betrieb von Hochwasserrückhaltebecken (HRB). 
  • Der Hochwasserschutz wird überwiegend durch den Ausbau nicht ausreichend leistungsfähiger Bereiche der einzelnen Gewässer erreicht.  

Geplant sind insgesamt zwei Standorte für Hochwasserrückhaltebecken (HRB):

HRB Grundbach und HRB Weidachgraben

 Neben dem Bau der beiden Hochwasserrückhaltebecken sind weitere Maßnahmen in Form eines Gewässerausbaus zum Hochwasserschutz geplant:

  • Neubau einer Umgehungsleitung als Entlastung des verrohrten Grund- und Zeisenbaches im Ortsgebiet im Bereich der Salzstraße
  • Ergänzende Schutzmaßnahmen

Der Neubau der Umgehungsleitung ist die umfangreichste Maßnahme des Gewässerausbaus. Die Trasse der Umgehungsleitung verläuft südlich der Ortschaft überwiegend außerhalb von bebauten Gebieten, sodass auf einen schwierigen Ausbau der bestehenden, innerörtlichen Bachverrohrung weitgehend verzichtet werden kann. Obwohl die neu herzustellende Umgehungsleitung länger ist und wegen der vorliegenden Geländeverhältnisse teilweise in Form eines relativ kostenintensiven, unterirdischen Rohrvortriebs hergestellt werden muss, ergeben sich im Vergleich mit dem innerörtlichen Kanalausbau erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Neben einem einfacheren Bauablauf können die Beeinträchtigungen auf bestehende Infrastrukturen wie Ortsstraßen, vorhandene Ver- und Entsorgungseinrichtungen, z. B. Schmutzwasserkanäle, Wasser-, Gas-, Stromleitungen, auf ein Minimum reduziert werden. Zudem entfällt in weiten Teilen eine langwierige und belastende innerörtliche Bauphase auf die Anlieger in der Salzstraße und Oberen Gasse.

Um die geplante Wirkung für den Hochwasserschutz von Oberbeuren zu erreichen, müssen alle Maßnahmen realisiert werden. Relevante Verbesserungen sind jedoch schon durch die Umsetzung einzelner Maßnahmen zu erwarten. Zur Vereinfachung der Planungen, der wasserrechtlichen Genehmigung und der baulichen Umsetzung werden die Maßnahmen deshalb in mehrere Objekte und Bauabschnitte unterteilt, die hinsichtlich ihrer Schutzwirkung weitgehend unabhängig voneinander getrennt sind.

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